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A.W. Amo Lecture

A. W. Amo

A. W. Amo

A. W. Amo

Rekontextualisierung der Anton Wilhelm Amo Gedenktafel und der Bronzeplastik "Freies Afrika“

Anlässlich  der offiziellen Enthüllung der neuen  Anton-Wilhelm-Amo-Informationstafel am Universitätsring befassen sich  einige Kurzvideos - u.a. anderem von Prof. Dr. Olaf Zenker (Organisator  der Amo Lecture Series) und Raja-Léon Hamann (Amo-Bündnis Halle &  Doktorand der Ethnologie) - auf der Amo-Website der  Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg mit Anton Wilhelm Amo, der  Bronzeplastik "Freies Afrika" von Gerhard Geyer und der Bedeutung beider  im Lichte der Dekolonialisierungsdebatte in Deutschland.

Schriftenreihe „Amo Lectures“

In der Schriftenreihe „Amo Lectures“ des Forschungsschwerpunkts „Gesellschaft und Kultur in Bewegung“ werden seit 2013 an der Martin Luther Universität gehaltene Gastvorlesungen bedeutender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler publiziert, die unter diesem Titel von den beiden Forschungsschwerpunkten „Gesellschaft und Kultur in Bewegung“ und „Aufklärung, Religion, Wissen“ gemeinsam veranstaltet werden und  Anton Wilhelm Amo gewidmet sind.

Anton Wilhelm Amo hat sich mit seiner Kritik an dunklen, rational nicht zu begründenden Gesetzen, an Rechtsauslegungen, die sich allein am Wohl der Gesetzgeber ausrichten, und der Mahnung zur Humanität in der Jurisprudenz, die im Zweifelsfall immer Vorrang vor dem strengen Recht haben soll, als ein Humanist und früher Verfechter der Menschenrechte erwiesen.

Amo Lecture 8: Ayelet Shachar - The Shifting Border: Legal Cartographies of Migration and Mobility

The border is one of the most important issues of our times. It is also one of the least well understood. We think of a border as a static line, but recent bordering techniques have broken away from the map, as governments have developed legal tools to limit the rights of migrants before and after they enter a country’s territory. The detachment of state power from a fixed geographical marker has created a new paradigm: the shifting border. This development upsets our assumptions about waning sovereignty, while also revealing the limits of the push for border-refortification. But while the accelerating mobility of borders cuts against the rights of those who cross them, it also presents a tremendous opportunity to rethink states’ responsibilities to migrants. In her Amo Lecture, which is based on her most recent book, Professor Shachar proposes a new approach to human mobility in a world where borders, like people, have the capacity to move.
Poster_Amo Lecture Shachar 2021.pdf (152,9 KB)  vom 17.03.2021

Amo Lecture 7: Emmanuel Didier - Quantitative Marbling: New Conceptual Tools for the Socio-History of Quantification

Socio-history of quantification is not a simple sub-domain of Science and Technology Studies. On the contrary, it can provide tools for investigating a wide range of social situations from a new and interesting perspective. We begin by providing a new definition of quantification. Next we consider the way numbers permeate society to its very core, forming rich veins of data for social science research. From this process, referred to here as “quantitative marbling,” three distinct categories emerge: data veins produced by governments, those produced by social activists (often contesting the former), and lastly, those produced by non-governmental global networks. We conclude by suggesting that social processes aiming to free certain social aggregates of quantitative analysis are also worthy of attention.
7. Amo Lecture final.pdf (10,4 MB)  vom 13.09.2021

Amo Lecture 6: Achille Mbembe - The Capacity for Truth: Of 'Restitution' in African Systems of Thought

Es ist eine Sache, normativ und von außen über die afrikanischen Objekte zu ur-teilen, ohne ihre Geschichte, ihre Heterogenität oder das Geheimnis, für das sie stehen, zu berücksichtigen. Es ist etwas Anderes, wenn man versucht, anhand ihrer unterschiedlichen Eigenschaften ihr Wesen und ihre Funktion sowie die Weisen des Seins und des Sehens der Afrikaner zu begreifen; mehr noch, durch ihre Vermittlung den metaphysischen Kern zu verstehen, von dem aus die von den Afrikanern geschaffene Welt Sinn ergibt, zunächst einmal in ihren eigenen Augen und für sie selbst.

Ob sie nun mit Kultausübung oder Ritualen verbunden waren oder nicht, ob sie als Kunstwerke angesehen wurden oder nicht, diese oft als irritierend eingestuften – in Wahrheit Charakterzüge und Spuren enthaltenden – Objekte haben im Westen Emotionen aller Art hervorgerufen. Dies waren unbestimmte Gefühle, irrationale, ja widersprüchliche Reaktionen – Besessenheit, Faszination, Begeisterung, Schrecken, Frustration und Abstoßung bis zur Abscheu. Wo immer sie auftauch-ten, tendierten sie dazu blindwütige Wirkungen hervorzurufen. Ursprünglich für schmutzig, hässlich und monströs erachtet, als Zeichen eines Schattens, der sich jeder Übersetzung widersetzte, brachten sie die bestehenden Sichtweisen durchei-nander und brachten die alte Frage wieder auf die Tagesordnung, was ein Bild sei und woran man den Unterschied eines Bildes von einem bloßen Schattenriss er-kennen soll. Was ist Kunst und ästhetisches Erleben im Allgemeinen und wie zeigt sich Kunst in ihrer reinen Wahrheit?
MbembeWilde Objekte_final.pdf (351,7 KB)  vom 31.08.2020

Amo Lecture 5: Werner Schiffauer - Ethos und Wissensproduktion bei Sicherheitsbürokratien

Die Erkenntnisse der Sicherheitsbehörden, insbesondere des Verfassungsschutzes, sind grundlegend für die Ausrichtung der Islampolitik des Bundes und der Länder.

Der Text untersucht den Zusammenhang von Wissensproduktion, Amtsverständnis und behördlichen Strategien beim Bundesamt für Verfassungsschutz. Im Zentrum der Analyse steht die Entwicklung einer Klassifikation islamistischer Gemeinden, mit der das Phänomen lesbar – und damit kontrollierbar und beherrschbar – gemacht werden soll. Das Augenmerk gilt den Annahmen, die in die Erarbeitung eines derartigen Klassifikationssystems einfließen. Sie zeigen sich vor allem dann, wenn der Versuch gemacht wird, über die Bildung von Indizes die Zuordnungen von Gruppen und Personen in die Kategorien zu vollziehen. Diese Wissengenerierung stößt an Grenzen, wenn es darum geht, die Komplexität und Dynamik des Phänomens "Islamismus" zu erfassen. Anhand des Beispiels der Deradikalisierungspolitik wird dargestellt, wie biopolitische Versuche einer Steuerung in Spannung zu dem Sicherheitswissen stehen und wie sich in diesem Feld die unterschiedlichen Strategien gegenseitig aushebeln.
Schiffhauer print.pdf (517,3 KB)  vom 11.09.2018

Amo Lecture 4: Souleymane Bachir Diagne - Decolonizing the history of philosophy

Um die Geschichte der Philosophie zu entkolonialisieren bedarf es einer Pluralisierung dieser Geschichte. Dazu gehört die Revision des Konstrukts einer translatio studiorum, wonach es genau einen direkten Weg vom griechischen Denken hin zum europäisch-mittelalterlichen Christentum gibt.  Zur Dekolonisation der Geschichte der Philosophie gehört, dass unsere Lehrbücher deutlich machen, wie translatio studiorum sich nicht nur auf Jerusalem-Athen-Rom-Paris oder London oder Heidelberg bezieht, sondern auch auf Athen-Nischapur-Bagdad-CordobaFes-Timbuktu. Die Geschichte der Philosophie zu pluralisieren bedeutet zudem, die Pluralität der Sprachen zu berücksichtigen, um Perspektiven einzubeziehen, die in anderen als den europäischen Sprachen geäußert wurden. So lässt sich der „ontologische Nationalismus“ überwinden, auf welchem die Annahme beruht, dass philosophische Praxis intrinsisch an bestimmte (europäische) Sprachen gebunden sei.
Diagne_final_print.pdf (203,9 KB)  vom 26.06.2018

Amo Lecture 3: Arjun Appadurai - The precarious future of national sovereignty

National sovereignty today operates in changed ecology. The primary reason for this is the erosion of national borders by the flows of ideas, people, technologies and money across national boundaries which has accelerated since the late 1980’s, in what is usually referred to as the period of globalization. In addition, as national economies have become increasingly fictions due to the realities of global finance, nation-states and political elites have had to invent other justifi-cations for their existence and this accounts for the global shift to right-wing ideologies of soil, blood and ethnos. Finally, as the tension between universal human rights and the plight of refugees and other undocumented aliens increas-es, especially in Europe, we see the emergence of a deep divide about the mean-ing of national sovereignty, and a gap between ethnonational views and those of a more liberal variety, which stress inclusion, diversity and hospitality. More than three centuries after the Treaty of Westphalia, Europe (and the world) are in dire need of a new narrative of sovereignty.
Amo_3_Appadurai_final.pdf (141,4 KB)  vom 26.06.2018

Amo Lecture 2: Hans Jörg Sandkühler - Recht, Staat und Demokratie in menschenrechtlicher Perspektive

The question has been often posed concerning the post-1945 human rights, which developed out of the experience of injustice, whether these rights are in need of an “ethical foundation”. Moral claims, which are directed against the violation of human rights, and which owing to moral intuition are held to be good and just, have further contributed to their emergence. Yet, “the” legitimate and universally valid morality does not exist in a pluralistic society, beyond perhaps the general form of legal equality. Thus, the positively conceived human rights have come to have their meaning as a universally binding commitment grounded in the protection of human dignity. Their legal validity is grounded in what has been negotiated in the Covenants on Human Rights, as well as in the universal principle of ius cogens, which is considered “compelling law” in all states. Moral claims are politically transformed in the sphere of neutrally-bound states into positive law, to the extent that they are generalizable. The “charging” of constitutional law with specific ethical opinions or philosophical speculations along the lines of natural law must be avoided in constitutional democracy.
Amo_2_Sandkühler.pdf (299,9 KB)  vom 26.06.2018

Amo Lecture 1: Michael Hutter - Übersetzung und Dissonanz. Innovationsmuster in der Kreativindustrie

Die Zweige der kulturellen und kreativen Industrie bringen einen zunehmenden Strom neuer Produkte und Dienstleistungen hervor. Bei der Produktion dieser Neuheiten lassen sich zwei grundlegende Muster erkennen. Ein Disney-Film dient dazu zu zeigen, wie Formen der Bedeutung, die erfolgreich darin sind, emotionale Erlebnisse beim Publikum auszulösen, auf neuen Inhalt übertragen werden, und ein Beatles-Song dient dazu zu zeigen, wie neue Unterschiede zwischen Welten der Wertschätzung in neue Produkte verwandelt werden.
Amo_1_Michael_Hutter_Druck.pdf (2,4 MB)  vom 26.06.2018

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