Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

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Amo Lecture

Amo Lecture 1: Michael Hutter - Übersetzung und Dissonanz. Innovationsmuster in der Kreativindustrie

Die Zweige der kulturellen und kreativen Industrie bringen einen zunehmenden Strom neuer Produkte und Dienstleistungen hervor. Bei der Produktion dieser Neuheiten lassen sich zwei grundlegende Muster erkennen. Ein Disney-Film dient dazu zu zeigen, wie Formen der Bedeutung, die erfolgreich darin sind, emotionale Erlebnisse beim Publikum auszulösen, auf neuen Inhalt übertragen werden, und ein Beatles-Song dient dazu zu zeigen, wie neue Unterschiede zwischen Welten der Wertschätzung in neue Produkte verwandelt werden.
Amo_1_Michael_Hutter_Druck.pdf (2,4 MB)  vom 26.06.2018

Amo Lecture 2: Hans Jörg Sandkühler - Recht, Staat und Demokratie in menschenrechtlicher Perspektive

The question has been often posed concerning the post-1945 human rights, which developed out of the experience of injustice, whether these rights are in need of an “ethical foundation”. Moral claims, which are directed against the violation of human rights, and which owing to moral intuition are held to be good and just, have further contributed to their emergence. Yet, “the” legitimate and universally valid morality does not exist in a pluralistic society, beyond perhaps the general form of legal equality. Thus, the positively conceived human rights have come to have their meaning as a universally binding commitment grounded in the protection of human dignity. Their legal validity is grounded in what has been negotiated in the Covenants on Human Rights, as well as in the universal principle of ius cogens, which is considered “compelling law” in all states. Moral claims are politically transformed in the sphere of neutrally-bound states into positive law, to the extent that they are generalizable. The “charging” of constitutional law with specific ethical opinions or philosophical speculations along the lines of natural law must be avoided in constitutional democracy.
Amo_2_Sandkühler.pdf (299,9 KB)  vom 26.06.2018

Amo Lecture 3: Arjun Appadurai - The precarious future of national sovereignty

National sovereignty today operates in changed ecology. The primary reason for this is the erosion of national borders by the flows of ideas, people, technologies and money across national boundaries which has accelerated since the late 1980’s, in what is usually referred to as the period of globalization. In addition, as national economies have become increasingly fictions due to the realities of global finance, nation-states and political elites have had to invent other justifi-cations for their existence and this accounts for the global shift to right-wing ideologies of soil, blood and ethnos. Finally, as the tension between universal human rights and the plight of refugees and other undocumented aliens increas-es, especially in Europe, we see the emergence of a deep divide about the mean-ing of national sovereignty, and a gap between ethnonational views and those of a more liberal variety, which stress inclusion, diversity and hospitality. More than three centuries after the Treaty of Westphalia, Europe (and the world) are in dire need of a new narrative of sovereignty.
Amo_3_Appadurai_final.pdf (141,4 KB)  vom 26.06.2018

Amo Lecture 4: Souleymane Bachir Diagne - Decolonizing the history of philosophy

Um die Geschichte der Philosophie zu entkolonialisieren bedarf es einer Pluralisierung dieser Geschichte. Dazu gehört die Revision des Konstrukts einer translatio studiorum, wonach es genau einen direkten Weg vom griechischen Denken hin zum europäisch-mittelalterlichen Christentum gibt.  Zur Dekolonisation der Geschichte der Philosophie gehört, dass unsere Lehrbücher deutlich machen, wie translatio studiorum sich nicht nur auf Jerusalem-Athen-Rom-Paris oder London oder Heidelberg bezieht, sondern auch auf Athen-Nischapur-Bagdad-CordobaFes-Timbuktu. Die Geschichte der Philosophie zu pluralisieren bedeutet zudem, die Pluralität der Sprachen zu berücksichtigen, um Perspektiven einzubeziehen, die in anderen als den europäischen Sprachen geäußert wurden. So lässt sich der „ontologische Nationalismus“ überwinden, auf welchem die Annahme beruht, dass philosophische Praxis intrinsisch an bestimmte (europäische) Sprachen gebunden sei.
Diagne_final_print.pdf (203,9 KB)  vom 26.06.2018

Amo Lecture 5: Werner Schiffauer - Ethos und Wissensproduktion bei Sicherheitsbürokratien

Die Erkenntnisse der Sicherheitsbehörden, insbesondere des Verfassungsschutzes, sind grundlegend für die Ausrichtung der Islampolitik des Bundes und der Länder.

Der Text untersucht den Zusammenhang von Wissensproduktion, Amtsverständnis und behördlichen Strategien beim Bundesamt für Verfassungsschutz. Im Zentrum der Analyse steht die Entwicklung einer Klassifikation islamistischer Gemeinden, mit der das Phänomen lesbar – und damit kontrollierbar und beherrschbar – gemacht werden soll. Das Augenmerk gilt den Annahmen, die in die Erarbeitung eines derartigen Klassifikationssystems einfließen. Sie zeigen sich vor allem dann, wenn der Versuch gemacht wird, über die Bildung von Indizes die Zuordnungen von Gruppen und Personen in die Kategorien zu vollziehen. Diese Wissengenerierung stößt an Grenzen, wenn es darum geht, die Komplexität und Dynamik des Phänomens "Islamismus" zu erfassen. Anhand des Beispiels der Deradikalisierungspolitik wird dargestellt, wie biopolitische Versuche einer Steuerung in Spannung zu dem Sicherheitswissen stehen und wie sich in diesem Feld die unterschiedlichen Strategien gegenseitig aushebeln.
Schiffhauer print.pdf (517,3 KB)  vom 11.09.2018

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